MIFA Klapprad #3 (NEU)
Tricolore!

Dieses Klapprad bekam ich einst von meiner Schwester geschenkt und machte es zunächst nur provisorisch fahrbereit, damit mein Frauchen es für Kurzstrecken und kleine Einkäufe nutzen kann. Es ist eines der letzten Baureihen vor der Wende und verfügt über einen vorderen und einen hinteren Gepäckträger sowie Schnellverschlüssen für Rahmen, Sattelklemmung und Lenkerklemmung. Die Farbe blau gehört wohl zu den häufigsten dieses Modells und ist relativ unspektakulär.

Da kreative Zeitgenossen die Wege in unserem Viertel immer wieder mit glitzernden Glasscherben gestalten, klagte das Klapprad mal wieder über platte Füße und so kam es dass ich, wenn ich schon mal daran rumschraube, dem Frauchen eine Umgestaltung des drahtigen Esels vorschlug.
Heimatverbunden entschieden wir uns für eine Farbgebung passend zur Hansestadt und dafür zerlegte ich das Rad in all seine Einzelteile und stellte fest, dass eine gründliche Wartung längst überfällig war. Die Lager der Kurbel und im Steuerkopf sind trocken und teilweise beschädigt. Die Schutzbleche sind beide hier und da verbogen und das hintere verfügt über keine seiner Haltelaschen mehr sondern stattdessen über Draht und einem Provisorium. Die Beleuchtung ist vorhanden aber nicht verkabelt und die Reifen wurden irgendwann samt Räder durch westliche Modelle ersetzt und werden bei dieser Gelegenheit neu bezogen und später neu eingespeicht oder durch schöne originale Alus ersetzt.

Der Rahmen wird nun wie folgt lackiert: Der Steuerkopf und das obere Gabelende werden feuerrot, die restliche Gabel und der vordere Rahmen (bis Scharnier) werden reinweiß während der hintere Rahmen blau bleibt.

(befreiter Rahmen während der Lackierarbeiten - Schritt 1: weiss)
Die Chromkappe der Gabel war ziemlich schäbig und wurde durch eine schönere ersetzt. Den Lagerring (fixiert die Kappe von oben) habe ich wiederverwendet.

(Gabel fertig lackiert und zusammengesetzt)
Die Schutzbleche werden ebenfalls reinweiß und bekommen je einen blauen und einen feuerroten Zierstreifen. Ein Kettenschutz war nicht montiert, ist aber in blau vorrätig und wird vorerst nicht lackiert. Die Gepäckträger bleiben verchromt und die vordere Lampe wird durch ein älteres Modell aus Alu ersetzt welche ein weißes Gehäuse bekommt und einen hochglanzpolierten Ring.
Das sparsame MIFA-Dekor wird durch einige Sticker aus dem Rostock-Shop ersetzt und passt sich so dem Thema an.

Beim Wühlen im Fundus alter Fahrradteile fiel mir ein schöner alter Ochsenkopflenker in die Hände, welcher nun statt des originalen am Klappi hält. Die Lampe wird aus Platzmangel und Rücksicht auf kommendes Gepäck unterhalb der Lenkerklemmung angebracht. Bei der Montage zeigte sich, dass das vordere Radlager auch die besten Tage hinter sich hatte. Eine Kugel fehlte (dafür flog im Tretlager eine zuviel rum oO) und das Lagerfett war weitesgehend ausgehärtet und mit vielen langen Haaren dekoriert war. Das muss dieser Haarknoten sein, von dem die Werbung immer spricht...

(bis sich ein Seitenstänger angefunden hat, wird der Stuhl noch länger eine tragende Rolle spielen. *g*)

Mittlerweile ist das Klapprad wieder fahrtüchtig (allerdings noch ohne Vorderbremse). Die Schutzbleche sind dran und ringsherum mit neuen Schrauben befestigt und der Kettenschutz ist auch angepasst, wird aber nochmal demontiert zum lackieren (rot) - was aufgrund des frostigen Wetters etwas warten muss. Eine neue Kette aus dem Laden ist dran und treibt ein um einen Zahn kleineres neues Ritzel an. Die Lampen sind an ihren angedachten Plätzen angebracht und müssen nur noch ordentlich verkabelt werden und der Lenker ist auch bereits fertig bestückt.

Der originale hintere Gepäckträger (aus dickem Draht) wich aus optischen Gründen dem Vorgängermodell aus Rohr und Blech. Dieser ist zwar in einem anderen blau lackiert aber das bleibt auch so - Gepäckträger lackieren ist eine so sinnlose Arbeit..
Die vordere Bremse ist ein Puzzle aus verschiedensten Modellen und Generationen (Sportradhebel, Tourenradzangen, neuer weißer Bowdenzug (Hülle und Seele) aus dem Fachgeschäft nebst rot eloxierten Endkappen, Zangenfeder vom Sportrad und Bremsschuhen, die vermutlich von Weinmann sind - also BRD). Einzig die eine Schraube um den Bowdenzug an der Bremse zu fixieren fehlt mir, so dass ich sie erst anfertigen muss.



Mit der vorderen Bremse war ich insgesamt noch nicht ganz zufrieden, auch nachdem ich mir die fehlende Klemmschraube hergestellt hatte. Nachdem ich eine Weile in meinem, durch die Umzüge verstreuten, Teilefundus gestöbert hatte, fand ich noch eine bessere, vollständige Bremse (Rasant Typ 200) gleicher Bauart, welche ich dann etwas aufgefrischt und mit quasi neuen Bremsklötzen montiert hatte. Diese bremst im Rahmen ihrer technischen Möglichkeiten sogar erstaunlich gut.
Die Vorderachse hat zwischendurch das zeitliche gesegnet und wurde durch eine etwas breitere von Renak ersetzt wodurch die Vorraussetzungen für wunderschöne Flügelmuttern der selben Marke erfüllt waren. Wenn man die nicht zu fest anzieht, halten die auch eine ganze Weile und somit lässt sich ein Platten unterwegs ganz ohne Werkzeug flicken (den Reifen bekommt man auch mit der Hand runtergezogen und dank Autoventil lassen sich die Schläuche an jeder Tankstelle befüllen).
Auch die Verkabelung für Vorder- und Rücklicht ist nun entgültig verlegt und es leuchtet.. nichts.. Der Dynamo hat spontan den Geist aufgegeben und auch all seine Brüder aus dem Fundus. Ich hab den Grund noch nicht herausgefunden, vermute aber einen Zusammenhang mit den aktuellen Minusgraden und der hohen Luftfeuchte.
Die gleichen klimatischen Bedingungen haben mir auch schon den Klarlack auf den Schutzblechen verhunzt, weshalb ich den Kettenschutz in einer gut geheizten Werkstatt lackiert habe. Wie auch schon den Rahmen, habe ich ihn zunächst mit 240er Papier trocken angeschliffen, gründlich entfettet, mit weiß grundiert, 2x rot überlackiert, mit 1200er Papier nass geschliffen und abschließend mit 2 Schichten hochglänzendem Klarlack versiegelt (alles aus der Dose). Den Rahmen habe ich allerdings nur mit 600er Papier nass geschliffen was in meinen Augen sogar zu einem besseren Ergebnis führte - hierbei sollte aber so wenig Druck wie möglich ausgeübt werden.

Final hab ich noch eine kleine Testrunde im Schnee gedreht, die Klingel gestimmt und die thematisch dazugehörigen Sticker aufgeklebt.


 






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